Anleitung zur Erstellung eines Strukturbaums für das VR-Klassenzimmer
Abschnittsübersicht
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Wieso ein VR-Klassenzimmer?
Insbesondere Klassenführungskompetenzen sind für angehende Lehrkräfte zentral. Diese zu erlangen und zu erproben ist mit hohem zeitlichem und organisatorischem Aufwand verbunden. Hinzukommen ethische Bedenken für Studierende und Schüler:innen. Daher haben die Lehrstühle der Universität Potsdam für „Komplexe Multimediale Anwendungsarchitekturen“ und „Erziehungswissenschaftliche Bildungsforschung“ eine virtuelle Trainingsumgebung geschaffen.Im VR-Klassenzimmer übernehmen die Lehramtsstudierenden die Rolle einer Lehrperson und stehen hierbei bis zu 30 virtuellen Schüler:innen (vSuS) gegenüber. Die vSuS werden von einem Studierenden oder einem Dozierenden gesteuert (Coach).
Der Coach sitzt an einer Weboberfläche (Rechner) und kann verschiedene Schüler:innen im VR-Klassenraum auswählen sowie ihr Verhalten festlegen. Dies kann positiv (grün) sein, z. B. dass die Schüler:innen im Unterricht mitschreiben und aufmerksam sind, oder negativ (rot), z. B. dass sie Papierbälle werfen oder im Unterricht reden (Abb. 2). Zusätzlich kann auch die Atmosphäre im VR-Klassenzimmer angepasst werden.
Die Steuerungen werden an das VR-Klassenzimmer übermittelt, während die Studierenden stehen und eine VR-Brille tragen. Sie können auf die Reaktionen der Schüler:innen reagieren, an der Tafel schreiben und ihren Unterricht durchführen. Die Reaktionen der Schüler:innen werden vom Coach gesteuert. Ferner können andere Studierende im Anschluss Rückmeldungen und Feedback an die Lehrkraft im VR-Klassenzimmer geben.
Durch diese enge Betreuung zwischen Lehramtsstudierenden und Dozierenden entsteht ein geschützter Rahmen, in dem die Studierenden Klassenführungskompetenzen erlangen können. Dies ermöglicht es ihnen, konkrete Rückmeldungen zu bestimmten Situationen (z. B. Umgang mit Störungen) im Klassenraum zu erhalten. Damit ein Unterrichtsgespräch stattfinden kann, muss zunächst ein Unterrichtskript erstellt werden. Anschließend können die Studierenden das VR-Klassenzimmer nutzen und ihren Unterricht durchführen.
Wie erstelle ich ein Gespräch im VR-Klassenzimmer?
Damit Sie ein Unterrichtsgespräch im VR-Klassenzimmer durchführen können, benötigen Sie einen Gesprächsbaum.
- Überlegen Sie sich zunächst eine pädagogische Situation, welche Sie mit Ihrer VR-Klasse behandeln möchten.
- Laden Sie das kostenlose Programm yED Graph Editor herunter und installieren Sie es auf Ihren PC. Link zum Programm: https://www.yworks.com/products/yed. Mit yED können Sie nun ganz einfach einen Gesprächsbaum erstellen.

Was muss ich beim Erstellen des Unterrichtsgesprächs beachten?
Nachdem Sie das Programm heruntergeladen haben, gibt es einige Dinge, die Sie beim Erstellen eines Gesprächsbaums beachten müssen. Der Gesprächsbaum enthält vier verschiedene Knoten.

- Der Baum muss mit folgenden zwei Knoten beginnen:
- Version 2 (weißer Anfangsknoten)
- Ein schwarzer Pfeil von Version 2 auf einen weiteren weißen Knoten Knowledge: global oder Knowledge: local
- Dieser Knoten kann entweder auf verschiedene Entscheidungen zeigen oder direkt zu einem SuS-Knoten führen.
- Version 2 (weißer Anfangsknoten)
- Es müssen immer alle drei Möglichkeiten (positiv, negativ, neutral) verfügbar sein.
Allerdings ist es auch möglich, dass ein SuS-Knoten auf einen weiteren SuS-Knoten folgt. - Eine weitere Möglichkeit besteht darin, an den roten Knoten einen „Desaster-Knoten“ anzufügen. Dadurch endet das Unterrichtsgespräch, und die SuS sind nicht mehr zugänglich. Das Unterrichtsgespräch wird z. B. durch starke Störungen unterbrochen (siehe Abb. 4).
- Bei der Erstellung der einzelnen Knoten und Verbindungen ist darauf zu achten, dass die Farben einen ganz bestimmten Hex-Code haben, da sonst das System diese nicht auslesen kann:
- Grün: #99cc00
- Gelb: #ffcc00
- Rot: #ff0000
Zum Erstellen eines Unterrichtsgesprächs können Sie beispielhaft so beginnen:

Leitfragen zur Erstellung eines Strukturbaums
Die nachstehenden Fragen sollen dabei helfen, einen Strukturbaum für das VR-Klassenzimmer zu erstellen. Überlegen Sie:
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Welche pädagogische Situation möchten Sie mit Ihrer VR-Klasse behandeln?
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Wie möchten Sie in die pädagogische Situation einsteigen?
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Wie könnte eine positive, impulsgesteuerte Frage zu Ihrer pädagogischen Situation lauten?
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Wie könnte eine negative Frage lauten? Wie ein neutraler Einstieg? (Tipp: Denken Sie hier an die verschiedenen Knotenfarben im Strukturbaum; siehe Abb. 5.)
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Wie wird auf diese Frage von den VR-SuS geantwortet?
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Wie könnte die Lehrkraft wiederum antworten?
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Überlegen Sie auch, wie Sie die verschiedenen Knoten untereinander noch einmal verbinden können.
Entwickeln Sie das Unterrichtsgespräch weiter. Denken Sie dabei immer an die verschiedenen Alternativen im Strukturbaum. Es müssen stets alle drei Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
Viel Erfolg!